- Frank Kaltenbach
Außen rostrot, innen schwarz wie Kohle. Die Gebäudehülle aus Cortenstahl nimmt Bezug auf den rötlichen Naturstein der benachbarten mittelalterlichen Kathedrale, während die Innenbekleidung aus Schwarzstahl mit dem Werk des hier ausgestellten Malers korresponiert: 500 seiner Werke hat Pierre Soulages 2014 seinem Geburtsort, dem südfranzösischen Rodez, überlassen, das eigens für ihn ein Museum konzipierte. Dunkle Balken vor weißem Grund sind das Markenzeichen des international renommierten Künstlers, seit fast vierzig Jahren malt er ausschließlich monochrome schwarze Flächen. Vergleichbar minimalistisch abstrakt ist die Architektur: Fünf scharfkantige Querriegel unterschiedlicher Größe sind in den flachen, nur nach Norden verglasten Sockelbau gesteckt, der längs zur Hangkante wie eine Böschungsbefestigung wirkt. Im Gegensatz zu dieser imposanten plastischen Geste zeigt sich die eingeschossige Südfassade, die den Stadtpark über ihre gesamte Länge zur Hangkante hin fasst, zurückhaltend. Nur das Vordach, das weit über die Promenade auskragt, schiebt sich dem Passanten in den Weg.
