Zwischen Tradition und Moderne: Für den Möbelhersteller Tecta trifft dieser Spagat gleich in mehrfacher Hinsicht zu. Auf traditionelles Handwerk setzte bereits Architekt Hans Könecke bei seiner Firmengründung 1956. Werner und Axel Bruchhäuser übernahmen das Unternehmen 1972 und erweiterten den Fokus deutlich. Ziel war es fortan, die Möbelentwürfe der klassischen Moderne zu bewahren und durch konstruktive Verfeinerung in die Zukunft zu überführen. In Zusammenarbeit mit Stefan Wewerka und Jean Prouvé startete Tecta die Weiterentwicklung der hinterbeinlosen Freischwinger von Mart Stam und Marcel Breuer. Der daraus resultierende Tecta-Kragstuhl ist mittlerweile selbst ein Klassiker. Mit rund 30 originalgetreuen und lizensierten Bauhaus-Reeditionen ist das mittelständische Familienunternehmen heute der größte Anbieter von Original-Bauhaus-Modellen. Produziert wird noch immer ausschließlich in der rund 3000 Einwohner zählenden Gemeinde Lauenförde im Weserbergland. Eine zukunftsträchtige Nische sehen die Geschäftsführer Axel Bruchhäuser und sein Neffe Christian Drescher in der individuellen Anpassung der Produkte an die Wünsche der Kunden. In der eigenen Tischlerei, Schlosserei, Polsterei und Flechterei fertigen aktuell ca. 35 Angestellte den Gropius-Sessel F51 oder den Tecta-Kragstuhl nach Maß — mit anderen Stoffen und Farben, sowie moderat variierenden Proportionen. Reduzieren lassen will sich Tecta auf das Geschäft mit den Neuauflagen jedoch nicht. Das Portfolio wird deshalb regelmäßig mit Produkten zeitgenössischer Designer erweitert. Dazu gehören seit 2013 auch die Arbeiten eines gelernten Zimmerers und Architekten, der Möbel als raumbildende Elemente begreift, Entwürfe konstruktiv denkt und ein Faible für spezifische Lösungen mitbringt: Andree Weißerts Vorstellungen passten so gut zur Tecta-Philosophie, dass er nun auch mit der Neugestaltung der Büro- und Produktionsräume betraut wurde.
