Der Auftrag zweier Geschwister stellte die Architekten von Ekar vor eine überraschend komplizierte Aufgabe. Diese wünschten sich ein Haus für sich und ihre Familien, um dort zusammen zu leben und zu arbeiten. Sie erwarben ein Grundstück an einer viel befahrenen Straße in der thailändischen Stadt Surat Thani in einem sehr heterogenen Umfeld. Die Gebäudehülle sollte zwar Licht einlassen, aber gleichzeitig den Verkehrslärm abschirmen. Zudem erwies sich das Raumprogramm als äußerst komplexe Mischung. Neben den Wohn- und Arbeitsbereichen – eine Apotheke und eine Tierklinik –, sollten eine Zoohandlung, ein Café und ein Hotel zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Auf den vier Geschossen greifen private, halbprivate und öffentliche Nutzungen wie ein Puzzle ineinander. Die Architekten führten zunächst zwei Höfe in Gebäudemitte ein, die Licht, Luft und Grün ins Innere bringen. Eine längs verlaufende zentrale Wand lässt eine Art Doppelhaus entstehen und trennt so in den oberen Geschossen die privaten Wohnungen vom Hotel. Die Familien teilen sich zwei Geschosse miteinander, Zonen unterschiedlicher Privatheit wechseln sich ab. Einer der Innenhöfe unterteilt die Wohneinheiten und bildet eine grüne Mitte. Ganz oben befinden sich die Schlafzimmer, während eine Ebene tiefer alle gemeinsam wohnen, musizieren, kochen und essen. Im Erdgeschoss verteilen sich die übrigen, öffentlicheren Nutzungen. Die Architekten trennen die vielfältigen Bereiche voneinander, ohne sie gänzlich abzuschotten, indem sie Betonhohl- und Glasbausteine sowohl als Fassaden- als auch als Trennwandsystem verwenden. Die Steine ermöglichen einen variablen Öffnungsanteil zwischen 100 und 30 % je nach Muster und Füllung und erzeugen ein reizvolles Spiel aus transparenten und opaken Flächen. An der Straße lassen die Steine Luft herein und schützen vor Lärm, Staub und direkter Sonneneinstrahlung. Aber auch im Inneren filtern sie Einblicke, schaffen Verbindungen, grenzen ab und dienen zudem als fantasievolles Regalsystem.
