Prozess: Kaufhaus Selfridges in Birmingham

»This will be on postcards« war sich Jan Kaplicky von Future Systems schon Monate vor der Eröffnung sicher. Und kein Zweifel, die Stadt Birmingham und das Warenhaus Selfridges haben ein neues Wahrzeichen bekommen – verbunden mit dem nötigen Wirbel, um einerseits von der Erneuerung der verbauten, alten Industriestadt zu künden, und um andererseits teure Designerstücke in den strukturschwachen West Midlands zu verkaufen. Von außen verweist kein Schild auf die Nutzung. Ohne die PR- und Medienoffensive, die im Vereinigten Königreich die Eröffnung begleitete, wäre die Gebäudeskulptur von außen ein großes, maßstabsloses Mysterium. Aber ein faszinierendes, mit reichlich Sexappeal, der scharenweise Kunden anlockt. Doch der Blob macht auch funktional Sinn. Die zum Schnäppchenpreis eines Investorenbudgets verwirklichte Designerhülle spannt sich eng um die prallen Rundungen, die das Grundstück bis auf den letzten Zentimeter ausfüllen, und stellt so mehr Volumen bereit als im Masterplan vorgesehen. Nebenbei bewältigt sie einen gewaltigen Höhenversprung.

Prozess: Kaufhaus Selfridges in Birmingham
© Richard Davies