- Heide Wessely
Für den Erweiterungsbau einer Leiterplattenfabrik hatten die Architekten eine offene Holzkonstruktion im Kopf. Das Gebäude mit multifunktionaler Nutzung liegt in der Nähe eines großen Militärstützpunkts in einer heterogenen Struktur aus Wohnhäusern und kleineren Fabriken - beides Gebäudetypen mit eher introvertiertem Charakter. Dem wollten die Architekten einen einladenden, offenen Bau entgegensetzen. Die Idee entspricht auch der vielfältigen Nutzung. Das Haus ist einerseits Gemeinschaftsraum für die Fabrikarbeiter, dient als Ausstellungsfläche, und auch Besprechungen finden dort statt. Andererseits ist die Gemeinde eingeladen, das obere Stockwerk für unterschiedlichste Zwecke zu nutzen. Das breit gefächerte Angebot machte eine flexible Raumaufteilung nötig, welche die Architekten auf die Spitze trieben. Sämtliche hölzerne Innenwände lassen sich zur Seite schieben, sodass ein großer zusammenhängender Raum entsteht. Er kann sich bis in den Stadtraum öffnen, denn auch die gläsernen Fassadenelemente und die vor den Balkonen angeordneten Schiebeläden aus Metall lassen sich verschieben. Sie bestehen aus drei unterschiedlich breiten Vertikallamellen, die je nachdem ob sie dem Sonnen- oder Blickschutz dienen, in verschiedenen Winkeln angeordnet sind. Sind alle Elemente geöffnet, wandelt sich das gesamte Haus in einen freien, offenen Raum, durch den der Wind weht. Sind alle Wände geschlossen, bietet sich ein komplett anderes Bild: Von außen wirkt das Gebäude dann introvertiert und ist nicht einsehbar. Nur das hölzerne Tragwerk und die abgehängten transluzenten Deckensegel, die das einfallende Sonnenlicht filtern, bleiben hinter der Festverglasung sichtbar.
