Wohnbebauung Sonnwendviertel II in Wien

 - Sabine Drey

Im Sonnwendviertel, einem neuen Stadtquartier im 10. Bezirk von Wien, entstehen derzeit rund 5000 neue Wohnungen. In der Neuauflage des Bauträgerwettbewerbs sollten weitere 400 Wohnungen dazukommen. Diesmal lag der Schwerpunkt auf dem Thema "Smart-Wohnen". Hinter dem Begriff verbirgt sich ein variables Wohnkonzept für kleine, kostengünstige Wohnungen. Der Grundkostenbeitrag der Smart-Wohnungen beträgt 56 € pro Nutzwert und die Mietkosten 6 €. Geiswinkler & Geiswinkler Architekten entwarfen insgesamt 148 Wohnungen mit Niedrigenergiestandard, davon 116 Smart-Wohnungen in Größen von 40, 55 und 70 m². Die Einheiten sind meist zwischen Straße und Hof durchgesteckt und in unterschiedlichen Ausbauvarianten, als Büro, Loft, WG-, Single- oder Familienwohnung nutzbar. Um diese Vielfalt zu ermöglichen, entstand ein Stahlbetonskelett ohne tragende Elemente auf den Wohnflächen, mit vorgehängten Balkonfertigteilen an der Straße und Laubengängen im Hof. Diese erschließen nicht nur die Wohnungen, sondern auch Gemeinschaftsflächen wie Waschküchen, Spielräume und Abstellflächen. Die sehr kompakte Bauweise, das einfache, vertikal durchgängige Tragsystem, die Verwendung von Fertigteilen mit integrierten Versorgungsleitungen und die Reduzierung auf nur drei Fensterformate sorgen für Kosteneinsparungen. Die Mieter konnten sich bereits vor Beginn der Bauphase an der Planung beteiligen, Wohngröße, Aufteilung und später die Nutzung der gemeinsamen Flächen mitbestimmen. Im transparenten Erdgeschoss verbindet ein städtisch angelegter Platz mit Ladenflächen den Hof mit den öffentlichen Bereichen der Straße. Zwei an den langen Riegel angegliederte Blocks flankieren den Platz im Hof und trennen ihn von den Grünflächen des "Spielwalds". Farbige Balkonverkleidungen und die bunten Glasflächen der Nebenraumkuben setzen fröhliche Akzente im städtischen Umfeld.

Wohnbebauung Sonnwendviertel II in Wien
© Manfred Seidl