Kindergarten in Absam

Kindliche Wahrnehmung als Maßstab für die innenräumliche Gestaltung und der Respekt vor einer gewachsenen dörflichen Umgebung waren die wesentlichen Entwurfskriterien für die Erweiterung der Volkschule in Absam. Die 7000 Einwohner zählende Tiroler Gemeinde liegt knapp 20 Autominuten von Innsbruck entfernt am Fuße des nördlich angrenzenden Karwendelgebirges. Für die Unterbringung der im Wettbewerb geforderten Fläche von 4000 m² stand nicht viel Platz zur Verfügung: Um das kleinteilige Ortsbild nicht zu sprengen, entschieden sich Schenker Salvi Weber Architekten, die Musikschule im Dachgeschoss des denkmalgeschützten Altbaus unterzubringen und — als einzige der 20 Wettbewerbsteilnehmer — die Dreifachturnhalle unter die Erde zu legen. Als sichtbares Volumen tritt somit nur noch der zweigeschossige Kindergarten in Erscheinung. Er bedeckt ein Drittel der Turnhallenfläche und ist aus statischen Gründen in leichter Holzbauweise ausgeführt. Analog zur Umgebung ist der zweigeschossige Baukörper mit einem hellen, mineralischen Kratzputz versehen, der sich harmonisch in das bestehende Ensemble einfügt. Als weißer Kubus definiert er — zusammen mit dem als Raumkante erfahrbaren Lichtband für die darunterliegende Turnhalle — einen gefassten Pausenhof vor atemberaubender Bergkulisse, der sich auch hervorragend für die Feste der Dorfgemeinde eignet.

Kindergarten in Absam
© Bengt Stiller