- Frank Kaltenbach
Der viergeschossige Wohnturm ist eine Nachverdichtung im Hinterhof eines Wohnquartiers in Winterthur und wirkt mit seiner rohen Sichtbetonkonstruktion und der gerasterten geschosshoch verglasten Fassade wie ein Büro- oder Gewerbebau. Die Stahlfassade der Hybridkonstruktion ist eine Referenz an das benachbarte Sulzerareal, eines der größten ehemaligen Industriegebiete der Schweiz. Der Edelrohbau aus Stahlbeton knüpft an die Typologie der Industrielofts an, gleichzeitig ermöglicht das minimalistische Konzept durch den Verzicht auf zusätzliche Oberflächenbeläge eine deutliche Kosteneinsparung im Vergleich zu üblichen Schweizer Standards im Wohnungsbau. Die Architekten versuchen trotz des beengten Grundstücks durch unkonventionelle Grundrisse mit je 70 m² und durch außen liegende Stahlstützen großzügige Wohnungen zu schaffen. Anstelle eines Innenflurs bewegt man sich entlang der Fassade um einen Installationsblock herum, der auf der Nordseite das Bad, nach Süden den Bereich für Kochen, Essen und Wohnen mit den erforderlichen Hausanschlüssen beinhaltet. Das dominante Bauteil bildet der skulptural gestaltete Treppenturm, dessen scheibenartige Wände vor der Witterung schützen und beim Hochsteigen durch schmale Schlitze den Ausblick auf unterschiedliche Motive der Umgebung fokussieren.
