- Frank Kaltenbach
Die Ursprünge des Psychogeriatrischen Zentrums San Francisco Javier am nordöstlichen Stadtrand von Pamplona reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Anlage wurde in der Typologie eines symmetrischen Klosterhofs geplant, der von zellenartigen Krankenzimmern in schmalen Riegeln gerahmt wird. Dieser Idealplan blieb jedoch unvollendet, im 20. Jahrhundert verunklärten eine Querspange, ein mittiger Eingangspavillon sowie weitere Querriegel die Stringenz der Anlage zusätzlich. Als im Jahr 2009 der zweistufige Wettbewerb zur Sanierung und Erweiterung ausgelobt wurde, war nicht mehr viel von der ursprünglichen Klarheit des Gesamtplans zu erkennen. Nun ist der erste Bauabschnitt des Masterplans von Vaillo+Irigaray fertig gestellt. Er vereint unterschiedliche Ziele: den Rückbau gestalterisch belangloser früherer Erweiterungsbauten zu einem städtebaulich und typologisch klaren Erscheinungsbild, die Ertüchtigung des ursprünglichen Bestands sowie eine intensive Nachverdichtung mit deutlich mehr Zimmern. Seine archaische Kraft bezieht die Baumaßnahme aus der Reduktion auf ein einziges Material: Mit Beton werden die teils baufälligen Mauern aus Ziegel und Naturstein vergossen und vor dem weiteren Verfall geschützt. Flach geneigte Satteldächer aus Sichtbeton verlängern bzw. ersetzen die bestehenden Ziegeldächer. Sie werden um ein parallel angeschlossenes, steileres Satteldach zu asymmetrischen Doppelgiebeln ergänzt, der unwirtschaftliche einhüftige Grundriss wird so zu einer zweihüftigen Typologie erweitert. Die in Bauabschnitte unterteilte Realisierung des Masterplans sieht die Neuorganisation des ursprünglichen und künftigen Eingangsbaus vor, die Ertüchtigung und Erweiterung der übrigen Querriegel sowie eine neue Verbindungsspange, in der Gemeinschaftsräume untergebracht sein werden.
