Gesamtschule in Odder

 - Heide Wessely

Odder ist kleines Städtchen in der Nähe von Aarhus. Für das große Einzugsgebiet war eine neue Schule notwendig, welche die heterogene Ansammlung einzeln stehender Altbauten ersetzt. Zum Wettbewerb waren fünf Baufirmen geladen, die jeweils einen Architekten beauftragten - eine schwierige Konstellation, weil dieses Verfahren keinen direkten Kontakt zwischen Planer und Bauherr vorsieht. Umso erstaunlicher ist es, wie eng der Austausch zwischen Nutzern und Architekten seit Inbetriebnahme der neuen Schule ist. Dem Team von Cebra war es ein großes Anliegen, möglichst detailliertes Feedback zu bekommen, um einerseits für künftige Bauaufgaben zu lernen und andererseits sicherzustellen, dass die Nutzer das Potenzial des Gebäudes ausschöpfen. So können Flurwände beispielsweise einfach entfernt und Räume vergrößert werden, weil die Decken auf den Trennwänden aufliegen. Auch die technische Versorgung erlaubt eine einfache Umnutzung. Insgesamt bietet die Schule ein vielfältiges Raumangebot: Durch die geneigten Dächer, die dem Kontext der umliegenden Nachbarbebauung geschuldet sind, ergeben sich im Inneren unterschiedlichste Raumhöhen. Sie erlauben den Rückzug in Nischen ebenso wie den sozialen Austausch in den aufgeweiteten Fluren bis hin zur großen Versammlung aller Schüler auf den Galerien oder den Sitzstufen in der zentralen Halle. Dort lassen nach Norden und Süden gerichtete Oberlichter kaltes oder warmes Licht ins Innere fallen und sorgen für eine besondere Lichtstimmung. Wie in dänischen Schulen üblich, wird den Kindern auch hier viel Zeit und Raum für Bewegung gegeben. So sind die Fluchtwege als Laufstrecken gestaltet, alle Klassenzimmer haben einen Bereich für sportliche Aktivität und die Turnhallen grenzen unmittelbar an die Aula an. In den Pausen dürfen die Kinder darin toben. Auch die themenbezogenen Freibereiche zwischen den fünf Fingern des Gebäudekörpers bieten ausreichend Platz.

Gesamtschule in Odder
© Adam Mørk