- Heide Wessely
Hangzhou blickt auf eine lange Geschichte zurück, erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im Osten Chinas 221 v. Chr. Seit Öffnung des Landes in den 1990er-Jahren ist Hangzhou stark gewachsen. 9,2 Millionen Menschen leben hier und dicht gedrängte Wohntürme bestimmen die Stadtviertel. Sie bilden auch das unmittelbare Umfeld der neuen Grundschule, ebenso wie eine verkehrsreiche Straße. Eine grüne Oase inmitten dieser urbanen Landschaft wollten die Architekten schaffen, einen großzügigen Campus für Sport und Spiel. Mit der Aushubmasse schufen sie unterschiedliche Topografien, wie beispielsweise eine breite, begrünte Rampe entlang der Turnhalle, auf der sich eine Plattform mit Blick auf den Sportplatz befindet. Die parkähnlichen Freiflächen sind auf verschiedenen Ebenen angelegt und verzahnen sich mit den einzelnen Flügeln des Schulhauses. Teilweise sind sie aufgeständert und die Freiflächen mit ihren Treppen, Rampen und unterschiedlichen Bodenbelägen fließen gewissenmaßen unter den Gebäuden hindurch. Die geschützten Außenbereiche werden von Lehrern und Schülern auch gerne während des Unterrichts genutzt. Im subtropischen Klima mit sehr heißen feuchten und regenreichen Sommern sind diese Klassenzimmer im Freien willkommen. Sehr großzügig sind auch die Schulgebäude selbst organisiert: Jede Klasse hat ihr Zimmer, es stehen große Flächen für Fachräume zur Verfügung, in jedem Geschoss gibt es einen Speisesaal und ausreichend Platz für Bewegung. Eine Besonderheit sind die breiten Flure, die sich zu großen Räumen aufweiten und gerne zum Spielen, Toben und Lernen genutzt werden. Teilweise verwandeln sie sich zu außenliegenden Laubengängen, die auch in den oberen Geschossen die Verbindung zwischen geschlossenen und offenen Zonen, sowie Sichtbeziehungen zwischen den einzelnen Gebäudeteilen schaffen.
