- Frank Kaltenbach
Zu wesentlich geringeren Kosten als für einen Neubau haben Stifter+ Bachmann auf die bestehenden Mauern des Werkstattgebäudes mit Dienstwohnung zwei leichte transparente Geschosse aufgesetzt. Anstelle der ursprünglichen Zäsur zwischen Wand und Satteldach führt nun eine Hülle aus Acrylglas Alt und Neu zu einem homogenen Kubus zusammen. Das Gebäude aus den 1980er-Jahren wurde nicht nur energetisch, sondern vor allem architektonisch aufgewertet. Der Heizwärmebedarf konnte trotz einer Verdopplung der Nettonutzfläche auf ein Drittel reduziert werden und liegt bei 20 kWh/m²a. Baurechtlich war die Veränderung von Gebäudehöhe und Dachform unproblematisch, da das Haus in einem Gewerbegebiet steht, wo die Mischung mit Dienstwohnungen ausdrücklich erwünscht ist und keine gestalterischen Vorgaben bestehen. Die Statik der tragenden Außenmauern aus 38 cm dicken Hohlziegeln musste an zwei Fassaden, wo das Obergeschoss 60 cm auskragt, durch Stahlbetonpfeiler ertüchtigt werden, die direkt vor die verputzten Wände gestellt sind. Um unnötige Lasten zu vermeiden, sind die zwei zusätzlichen Geschosse der Maisonettewohnung in Leichtbauweise ausgeführt: Das neue Wohngeschoss mit filigranen Stahlstützen, die einen Trägerrost aus Brettschichtholz tragen, bietet einen Rundblick über die Felder. Das darüber liegende Schlafgeschoss mit Dachterrasse ist durch Wände aus Brettschichtholztafeln vor Einblicken geschützt.
