Pfarrkirche bei München

 - Julia Liese

Mit ihrer weiß schimmernden Dachkrone ist die Kirche Seliger Pater Rupert Mayer zum neuen Wahrzeichen von Poing geworden, einer Gemeinde etwa 20 km östlich von München. Auf den geschosshohen Sockel aus Nagelfluh, einem Konglomeratgestein der oberbayerischen Schotterebene, ist eine weiße Dachskulptur aufgesetzt, die in der Aufsicht viergeteilt ist und von einer Stahlkonstruktion getragen wird. Ein homogenes Kleid aus rund 15.000 plastisch geformten Keramikkacheln verleiht dem Dach eine kristalline Anmutung. Mit ihren unterschiedlich geneigten Flächen ist die Form der glasierten Kacheln an die Dachform angelehnt und erzeugt eine vielfache, sich je nach Tageslicht verändernde Lichtbrechung. Mit Ausnahme von flachen Keramikplatten in den Randbereichen wurde immer derselbe Kacheltyp verwendet; durch Drehung um 90, 180 und 270 Grad entsteht jedoch eine lebendig strukturierte Oberfläche.

Pfarrkirche bei München
© Florian Holzherr