Fahrradparkhaus in Utrecht

 - Jakob Schoof

Die niederländische Stadt Utrecht ist eine Art Großlabor für postfossile Mobilität: Mehr als 40 % aller innerstädtischen Wege legen die Bürger der Stadt schon mit dem Fahrrad zurück – Tendenz weiter steigend. Außerdem nennt Utrecht den meistfrequentierten Bahnhof in den Niederlanden sein Eigen und hat in den beiden letzten Jahrzehnten eine Stadterweiterung gen Westen in Angriff genommen, in der bis 2025 rund 80.000 neue Einwohner leben sollen. Gründe genug also, unter dem neu gestalteten Vorplatz des Bahnhofs das weltgrößte Fahrradparkhaus nach Plänen von Ector Hoogstad Architecten mit 13.500 Stellplätzen einzurichten. Der Neubau ist Teil einer Neuordnung des Bahnhofsviertels, die eine städtebauliche Sünde der Nachkriegszeit beseitigen soll: Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre war das Areal mit einem Gebäudekomplex überbaut worden, der den Bahnhof, Europas damals größtes Einkaufszentrum Hoog Catharijne, ein Konzert- und ein Kongresszentrum umfasste. Eingehauste Fußgängerstege verbanden die klimatisierten Gebäude in den Obergeschossen; zu ebener Erde toste allein der Autoverkehr.

Fahrradparkhaus in Utrecht
Ein Gebäude, zwei Welten: Über den Bahnhofsvorplatz breitet sich in 25 m Höhe ein Stahl- und Membrandach. Seine Stützen verbreitern sich unter der Erde zu einer charakteristischen Trompetenform. © Petra Appelhof