- Heide Wessely
Die dünn besiedelte Region Alentejo südlich von Lissabon gilt traditionell als Armenhaus Portugals. In jüngerer Zeit jedoch lockt sie zunehmend Hauptstadtbewohner an, die dem Großstadtstress und den Touristenströmen entfliehen wollen. Auch das Haus, das Atelier Data bei Cercal unweit der Atlantikküste errichtet haben, dient einer vierköpfigen Familie als Wochenendresidenz. Mit seinen weiß verputzten Fassaden und dem flach geneigten, mit Mönch-und-Nonne-Ziegeln gedeckten Dach entspricht der Neubau regionaltypischen Bautraditionen. Die Symmetrie des Baukörpers, die Fensterlosigkeit der Außenmauern und vier ummauerte Patios an den Gebäudeecken geben das Haus jedoch als zeitgenössischen Architektenentwurf zu erkennen. Die Höfe dienen zum einen als Freiluftduschen und zum anderen als Licht- und Frischluftquelle für die Innenräume. Drei Schlafzimmer - eines für die Eltern, eines für Gäste und ein drittes mit Stockbetten für die Kinder und ihre Freunde - umgeben U-förmig den Gemeinschaftsbereich mit Küche und Wohnraum.
