- Jakob Schoof
Viel ist auf den ersten Blick nicht zu sehen von der neuen katholischen Grundschule in Lebbeke, einer Kleinstadt im Dreieck zwischen Brüssel, Antwerpen und Gent: Ein zweigeschossiges, mit weiß gestrichenen Ziegeln ausgefachtes Stahlskelett erstreckt sich entlang der Hauptstraße. Nur gelegentlich unterbrechen Gittertore die geschlossene Wandflucht. Eine rund 4,5 m breite Pufferzone trennt die Blendfassade von dem eigentlichen, allseits offenen Schulhaus für 450 Schüler zwischen drei und zwölf Jahren. In seinem Inneren setzt sich das Konstruktionsprinzip in leicht modifizierter Form fort. Das weiß lackierte Stahlskelett bildet die überall sichtbare Grundstruktur des Hauses. Darauf liegen Decken aus Ortbeton, die über angeschweißte Kopfbolzen kraftschlüssig mit den Stahlträgern verbunden sind. Zwischen den Räumen ist das Tragskelett mit Mauerwerk ausgefacht oder es wurden leichte Metallständerwände eingezogen. Besonders einprägsam zeigt sich die Stahlstruktur in der zentralen Turnhalle, die in der Mittagszeit auch als Mensa genutzt wird, Hier spannt ein Trägerrost stützenfrei über 20 m. In den umliegenden Raumzonen ist das Stützenraster variabler und orientiert sich stärker an den räumlichen Notwendigkeiten. Überdies gewährleistet es räumliche Flexibilität: Während der Planung wuchs die Kapazität der Klassenzimmer von je 20 auf 25 Schüler, und noch in der Bauphase wurde der Entschluss gefasst, die Klassenzimmer im Obergeschoss paarweise durch bewegliche Trennwände zusammenzuschalten. Tageslicht erhalten die Räume durch große Verglasungen, die sich nur im Erdgeschoss teilweise öffnen lassen. Die geschlossenen Fassadenflächen sind mit Keramikfliesen, Faserzementschindeln und vorgehängtem Aluminium-Trapezblech verkleidet. Die Be- und Entlüftung der Räume übernimmt im Wesentlichen ein mechanisches Lüftungssystem. Im Obergeschoss befinden sich darüber hinaus kleine, manuell bedienbare Lüftungsklappen hinter dem Trapezblech.
