- Sabine Drey
Die Formgebung eines Berliner Plattenbaus entspricht wahrlich nicht den architektonischen Vorstellungen des Anthroposophen Rudolf Steiner. Nichtsdestotrotz ist in einem jener pragmatischen Baukörper aus den 70er-Jahren am Prenzlauer Berg eine Waldorfschule untergebracht. In der aus einem Wettbewerb hervorgehenden Erweiterung des Altbaus um einen Kinderhort klingt dagegen die organisch-lebendige Architektur Steiners an. Fassaden und Innenwände des wabenförmig an den Altbau angebauten, niedrigen Baukörpers weisen kaum rechte Winkel auf und die Architekten verwendeten größtenteils naturbelassene, nachwachsende Baustoffe. Die Holzständerkonstruktion wurde mit Strohballen gedämmt und innen mit 40 mm dickem Lehmputz versehen, in den teilweise eine Wandheizung integriert ist. Außen verleihen Lärchenholzbretter unterschiedlicher Breite und Tiefe der Fassade einen plastisch bewegten Charakter.
