Schule in Orsonnens

 - Claudia Fuchs

Dunkel lasierte Holzschindeln prägen das Erscheinungsbild der neuen Grundschule im westschweizerischen Orsonnens. In exponierter Lage am Ortsrand steht der 25 × 25 m große Solitär am Übergang zur offenen Landschaft. In Kubatur und Gebäudehöhe orientiert er sich an der benachbarten Sporthalle, greift aber auch die kompakte Form landwirtschaftlicher Bauten der Umgebung auf und interpretiert sie neu. So verweisen die Fichtenholzschindeln auf die typischen Giebelwände der Scheunen der Region, doch ihre Übergröße und die differenzierte Fassadengestaltung mit horizontalen und vertikalen Holzleisten sowie den intarsienartigen Kupferblechstreifen zeigen bereits auf den ersten Blick die Bedeutung des öffentlichen Gebäudes und schaffen eine starke Identität. Die Architekten verleihen der Großform Maßstäblichkeit, indem sie die Fassaden mit ornamentalen Elementen gliedern. Diese sind zugleich funktional: So dienen die Kupferblech-Applikationen als Witterungsschutz für die Fensterrahmen und Sockelhölzer. Den Haupteingang betonen gestapelte Steinquader als Stützen sowie rosettenförmige Aussparungen in den Holzschindeln. Sie zeichnen reizvolle Schattenmuster in den luftigen, überdachten Vorplatz, den die Kinder auch in den Pausen nutzen. Das zart wirkende florale Motiv wiederholt sich auch als Relief in den Betonfertigteilen des Sockels.

Schule in Orsonnens
© Luis Díaz Díaz