- Jakob Schoof
Mit ihrem neuen Verwaltungssitz von Mario Cucinella Architects tritt die regionale Umweltagentur ARPAE in Ferrara den Beweis an, dass sich energieeffiziente Gebäude bei geeigneter Planung auch ohne hoch komplexe Haustechnik realisieren lassen. Um eine bessere Ausrichtung zur Sonne zu erreichen, steht der eingeschossige Baukörper diagonal auf dem Grundstück, ohne die Fluchten des benachbarten Bestandsgebäudes oder der am Grundstück vorbeiführenden Ausfallstraße aufzugreifen. Der Schlüssel zu seinem Klimakonzept ist die Dachkonstruktion aus 112 Lichtschächten, deren nach Südosten geneigte Pultdachflächen teilweise fest verglast und teils mit Fotovoltaikmodulen belegt sind. Mit außen liegenden Rollos lassen sich die Dachoberlichter verschatten. Im Sommer wirken die Lichtschächte als Solarkamine, in denen sich verbrauchte Luft erwärmt, aufsteigt und schließlich über Lüftungsklappen im oberen Teil der Fassaden ins Freie entweicht. Gleichzeitig strömt frische Luft durch Öffnungsflügel in den Glasfassaden nach. Im Winter bleiben die Fassadenöffnungen geschlossen. Dann liefern die Lichtschächte willkommene solare Wärmegewinne, und eine mechanische Lüftungsanlage sorgt für den notwendigen Luftwechsel. Die dazu nötigen Luftkanäle sind im Hohlraum in der Doppelbodenkonstruktion untergebracht. Die Steuerung der Zu- und Abluftklappen geschieht manuell über Taster in jedem Büroraum.
