Nur ein paar hundert Meter entfernt vom alten Domizil in der Rudi-Dutschke-Straße hat die taz im Herbst 2018 ihr neues Haus in der Friedrichstraße 21 bezogen. In seiner besonderen Ecklage vermittelt der Neubau zwischen dem traditionellen Berliner Block und den Solitärbauten, die im Rahmen der IBA 1987 in der südlichen Friedrichstadt errichtet wurden. Die Schweizer Architekten E2A hatten den Wettbewerb von taz und Architektenkammer Berlin im Jahr 2014 gewonnen. Mit einer einfachen, prägnanten Volumetrie nehmen sie den geltenden Bebauungsplan auf und machen Straße, Ecke und Hof zum städtebaulichen Leitmotiv. Der klar akzentuierte Eingang befindet sich im sanften Fassadenrücksprung auf der Westseite des Gebäudes. Auf den ersten Blick scheint ein umlaufendes Stahlnetz den Neubau zu stützen. Tatsächlich ist die filigrane Schicht nur vorgelagert. Sie umspannt das Haus und verleiht ihm seine Leichtigkeit. Das eigentliche Tragwerk besteht aus diagonalen Stahlbetonstreben, die unmittelbar hinter der Glasfassade liegen. Auf zusätzliche Stützen im Inneren des Gebäudes konnte verzichtet werden. Beton, Glas und 13 m tiefe Büroflächen schaffen eine Werkstattatmosphäre und ermöglichen unterschiedliche Arbeitsformen. Damit haben die Architekten den Wunsch der Redaktion nach hierarchiefreien Strukturen direkt auf das Gebäude übertragen. Ein roter Noppenboden im Konferenz- und Redaktionsraum bezieht sich auf das Branding der taz. Er kennzeichnet gleichzeitig das Herzstück der Zeitung im ersten und zweiten Obergeschoß. Im Zentrum, hinter Glas, verbindet eine großzügige, doppelläufige Treppe die Geschosse miteinander. Zwischenpodeste bieten Raum für spontane Begegnungen und informellen Austausch. Eine ähnliche Funktion erfüllt die schmale, von Konsolen getragene Balkonzone aus Gitterrosten. Im Hof münden die Balkone in eine doppelläufige Außentreppe. Über die Konsolen sind die verzinkten Normprofile des Stahlnetzes mit den Betondecken des Haupttragwerks verschraubt. Architektur, Fassade und die unterhaltsarm ausgelegte Gebäudetechnik sind so aufeinander abgestimmt, dass ein hoher Nutzerkomfort mit individuellen Einflussmöglichkeiten erreicht wird. Dazu gehören beispielsweise die öffenbaren Fenster sowie ein- und ausschaltbare Klimakonvektoren.
