Die Messe Stuttgart direkt gegenüber dem Stuttgarter Flughafen wurde 2007 in Betrieb genommen. Relativ schnell übertraf das Großprojekt die erwartete Besucher- und Ausstellerfrequenz, eine Vergrößerung der Ausstellungsflächen wurde erforderlich. Die neue Messehalle 10 öffnete Anfang des Jahres 2018 ihre Tore. Schon in ihrem Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 2000 hatten Wulf Architekten je fünf Hallen nördlich und südlich einer zentralen Achse geplant. Damals wurde die Halle am Westeingang des Geländes nicht realisiert und der Eingang West nur als Provisorium ausgeführt. Jetzt ist die Messe komplett. Der bislang fehlende, „fünfte Finger“ wurde im Süden als Messehalle ergänzt, der Eingang in der zentralen Achse – analog zum Eingang Ost – aufgewertet. Eine planerische Herausforderung bestand darin, eine Messehalle zu entwickeln, die die Dachform, den Rhythmus und die Maßstäblichkeit der bestehenden Hallen aufgreift, die sich jedoch in ihrer Dimension von den Standardhallen (10.500 m²) und der Hochhalle (20.900 m² plus 5900 m² Galerie) unterscheidet. Wulf Architekten entwickelten eine dreischiffige Messehalle mit einem Grundriss von 165 × 100 m und einer Ausstellungsfläche von etwa 14.500 m². Blickfang ist das geschwungene, größtenteils hölzerne Dachtragwerk. Eine Stahlkonstruktion aus Gerberetten und Stützen trägt die Dächer der beiden Seitenschiffe und des Mittelschiffs. Letzteres ruht auf insgesamt 47 Holzleimbindern mit 68 m Länge und einer Spannweite von circa 50 m, die – zerlegt in jeweils drei Teile – angeliefert, mit Schwerlastkränen eingehängt und montiert wurden. In den höhenversetzten Übergängen zwischen Mittel- und Seitenschiffdächern sorgen zwei schräg stehende Oberlichtbänder für eine natürliche Belichtung. Mittels eines Verschattungssystems kann die Halle bei Bedarf komplett verdunkelt werden. Unter der Decke sind rund 1650 Strahler und Leuchten verbaut.
