- Sabine Drey
Große Ansammlungen abgestellter Fahrräder im öffentlichen Raum sind kein schöner Anblick, sie versperren Durchgänge und nehmen viel Fläche in Anspruch. Am Bahnhof Amsterdam Zuid schafft eine neue unterirdische Parkgarage mit 3750 Plätzen Entlastung für den viel frequentierten Vorplatz. Ein gläserner Kubus mit einer Tragstruktur aus sechseckigen stilisierten Baumkronen auf stählernen Stützen markiert den Eingang. Ein flaches Rollband bringt bis zu 1620 Radfahrer pro Stunde hinunter. Dort passieren sie zunächst den Check-in-Bereich mit elektronischen Kartenlesern und Automaten zum Aufladen der Karten. Der klimatisierte Bereich ist mit großen Glasschiebetüren von der eigentlichen Garage abgetrennt. Die 2,5 m breite Einfahrt ist auf jeweils vier nebeneinander stehende Fahrräder ausgerichtet. Dadurch können in den Stoßzeiten bis zu acht Radfahrer pro Minute einchecken. Auch alle anderen Wege sind auf die maximale Besucherzahl ausgelegt. Der mittlere, 7 m breite Erschließungsgang dient Besuchern mit und ohne Fahrrad als Verteiler. Nach dem Abstellen des Fahrrads geht es über eine einfache Treppe auf der anderen Seite des Mittelgangs hinaus. Bei der Abholung helfen große Ziffern auf den epoxidharzbeschichteten Bodenflächen den Besuchern, ihr Gefährt wiederzufinden. Ein gegenläufiges Rollband am Eingang führt die Radfahrer wieder zurück auf den Platz. Für eine angenehme Atmosphäre sorgen zahlreiche Lichtquellen: Eine hinterleuchtete Glaswand akzentuiert den Eingangsbereich, streckmetallverkleidete Deckensegel streuen das Licht. Sie sind jeweils über den stählernen Stützen angeordnet und mit umlaufenden LED-Streifen von der Betondecke abgesetzt. Unter den Segeln befinden sich die Parkgestelle für je zwei Fahrräder übereinander. In die Stützen integrierte LEDs zeigen freie Plätze mit grünem Licht an.
