Um den Charakter der Schule fortzuführen, lud die Akademie dazu Teams ein, deren Teilnehmer die Ideologie und Kultur der Schule gut kannten. Die Architektin Paulien Bremmer, die sich auch in Lehre, Forschung und Kunst engagiert, rief die Gruppe Fedlev ins Leben, zu der auch Designer und Künstler zählen. Das Team gewann. Es sah das Experimentieren als Kern der Akademie und schaute über die Grenzen der einzelnen Disziplinen hinaus. Bislang hatte die autonome Abteilungskultur der Schule nicht genug zu einem interdisziplinären Arbeitsstil beigetragen. Das Ergebnis, zu dem nach dem Wettbewerbserfolg auch das Architekturbüro Hootsmans beitrug, ist ein landschaftlich gestaltetes Gebäude, das Kulisse sein soll für Austausch, Interaktion, Aktion und nicht zuletzt Bildung. Organisiert ist es auf drei Ebenen, die visuell und räumlich miteinander verknüpft sind. Flure und Treppenhäuser gibt es nicht. Stattdessen führt eine ausladende Freitreppe nach oben, schnürt in das Gebäude ein und endet schließlich auf dem Dach. Es ist als Arbeitsplatz im Freien gedacht und für Lasten temporärer Installationen und Mock-ups ausgelegt. Die Dachfläche ist keiner Fakultät zugeordnet, sondern kann von allen gebucht und genutzt werden. Das gilt auch für viele Bereiche im Inneren des Gebäudes. Das Untergeschoss, das über eine breite Abgrabung im Westen betreten und belichtet wird, birgt neben Computerräumen, einem Filmstudio und der zweigeschossigen Bibliothek einen Versammlungsraum mit Sitzstufen aus Holz, die bis ins Erdgeschoss hinaufführen. Eine gläserne Wand schafft dort den Sichtbezug zu den angrenzenden gemeinschaftlich genutzten Werkstätten. Auf der Ostseite kann deren Fassade komplett geöffnet und die Freifläche zwischen Bestand und Neubau mitgenutzt werden. Dies gilt auch für die Bereiche entlang der Fassade, die die Auskragung des Obergeschosses vor Regen schützt. Innen- und Außenräume verschmelzen ähnlich wie die unterschiedlichen Funktionen: Werkstätten und Bibliothek für alle Studierenden verzahnen sich mit Arbeits- und Seminarräumen für einzelne Klassen. Breite, offene Treppen verbinden die verschiedenen Ebenen auf unterschiedlichen Geschosshöhen und lassen Raum, Luft und Licht ineinanderfließen. Ein bisschen geschützter und privater ist das Obergeschoss. Dort können sich die Masterstudierenden des Sandberg-Instituts die große, nur durch Betonstützen gegliederte Fläche nach ihren Vorstellungen zu eigen machen. Eine Verbindungstreppe führt von dort aus in das Hauptgebäude von Benthem Crouwel auf der Ostseite. Die Treppe ist in Wellblech aus Aluminium gekleidet. Die Fassaden hingegen sind im Obergeschoss in filigranes Streckmetall gehüllt, in die auch Faltelemente integriert sind. Diese Lowtech-Konstruktion erlaubt eine natürliche Belüftung und Beschattung, was den Wärmeeintrag in den Sommermonaten reduziert. So können die Studierenden in angenehmer klimatischer und räumlicher Umgebung kreativ sein.






