- Jakob Schoof
Dass auf ihrem Villengrundstück am Rande eines Gewerbegebiets eine Kindertagesstätte entstehen sollte, hatte die Memminger Unternehmerin Karoline Goldhofer in ihrem Testament verfügt. Was aus ihrem Wunsch geworden ist, hätte sie sich vermutlich nicht träumen lassen: Statt das für die neue Nutzung deutlich zu kleine Bestandsgebäude abzureißen, entfernten die Architekten Jörg Heiler und Peter Geiger lediglich einige Verbindungstrakte und das flache Walmdach. Die drei wesentlichen Bestandteile der Villa – Wohnhaus, Garage und Schwimmbad – bilden nun die Nutzungskerne für ein fast doppelt so großes Gebäude mit Flachdach und transluzenter Polycarbonathülle. Hinter der meist zweischaligen Fassade umgeben großzügige, offene Zwischenräume die drei Bestandsbaukörper. Sie dienen als Garderobe, zum Essen und Herumtoben, während in den einstigen Zimmern der Villa die intimeren Gruppenräume untergebracht sind. Gekocht wird in der ehemaligen Garage. Da das Grundstück nach Osten hin abfällt, sind der Wohntrakt und der angrenzende Bewegungsraum hier zweigeschossig. Im Untergeschoss des Hauses brachten die Architekten eine Werkstatt unter, in der die Kinder mit Recyclingmaterialien und Produktionsresten der umliegenden Gewerbebetriebe experimentieren können.
