- Frank Kaltenbach
Im oberbayerischen Breitbrunn scheint der Traum vom Einfamilienhaus mit dem Ammersee in Sichtweite noch möglich. Trotz vorhandenem Platz sieht der Bebauungsplan jedoch nur ein Haus pro Grundstück vor, Neubauten müssen in Verbindung zum Bestand stehen. So kam das Schwarze Haus als Anbau zustande, das trotz der minimalen Abmessungen unter dem Satteldach von nur 6 × 3,80 m funktional und gestalterisch wie ein eigenständiges Haus mit eigenem Garten wirkt. Durch die schlichte Erscheinung ähnelt es den traditionellen Scheunen in der Umgebung und den Bootshäusern am nahen See. Die Fassaden sind mit Holzbrettern verschalt, deren Außenseite vom Zimmerer verkohlt wurde. Diese japanische Technik Shou Sugi Ban schützt das Holz ohne Chemikalien vor Schädlingen und Verwitterung und verleiht ihm einen edlen Glanz. Der schlichte Charakter – außen schwarz, innen Sichtbeton – sowie die räumliche Verschränkung der drei Wohnebenen als Splitlevel lassen das Haus und seine Räume größer erscheinen als sie es eigentlich sind. Zu einem überraschenden Raumerlebnis führt die Höhendifferenz vom Erdgeschoss des Bestandsgebäudes zum 90 cm höher gelegenen Garten: Küche und Wohnbereich bilden eine räumliche Einheit, wobei die Arbeitsfläche der Küche auf Bodenniveau des Wohnzimmers und auf Gartenniveau liegt.
