- Jakob Schoof
Auch in Österreich setzen öffentliche Auftraggeber große Hoffnungen in BIM. Für die Bundesimmobiliengesellschaft, die seit 1992 im staatlichen Auftrag öffentliche Bauvorhaben durchführt und Immobilien betreibt, war das Ilse-Wallentin-Haus im Westen von Wien dabei ein wichtiges Pilotprojekt. Der von SWAP Architektur und Delta Projektconsult als Generalplaner entworfene Neubau steht auf dem Campus der Universität für Bodenkultur im Stadtteil Oberdöbling. Der Holzbau beherbergt unter anderem zehn Seminarräume für 500 Studierende, eine Bibliothek mit 100 Leseplätzen sowie 40 Institutsräume. Die 1872 gegründete Hochschule hat ihre Schwerpunkte in den Bereichen Biotechnologie und Lebensmittelwissenschaften, Chemie, Landschaftsplanung und Agrarwissenschaften. Seit einigen Jahren verfolgt sie eine Nachhaltigkeitsstrategie, die in dem Neubau nun auch ihren baulichen Ausdruck finden sollte. Die Holzbauweise war daher bereits im Realisierungswettbewerb 2017 vorgegeben, und seit seiner Fertigstellung darf sich das Gebäude mit dem Titel „erster universitärer Holzbau in Wien“ schmücken. Mit ihrem Entwurf hatten die Architekten vor allem zwei Ziele im Auge: den Neubau möglichst großflächig zu den Grünbereichen zu öffnen, die ihn auf drei Seiten umgeben, und das Konstruktionsraster an Fassaden sowie im Gebäudeinneren gleichermaßen ablesbar zu machen. Außer dem Untergeschoss und dem Treppenhauskern bestehen Rohbau und Fassade komplett aus vorgefertigten Holzelementen.
