- Jakob Schoof
"Die Kunst, einen Gegenstand fremd zu machen und doch bekannt und anziehend, das ist die romantische Poetik", schrieb der Dichter Novalis in seinen Fragmenten und Studien. Der Satz könnte Pate gestanden haben für den Entwurf des Deutschen Romantik-Museums in Frankfurt. Mäckler Architekten haben ein ungewöhnliches Ensemble neben Johann Wolfgang von Goethes Geburtshaus am Großen Hirschgraben gebaut: Über einem Sockel aus rötlichem Buntsandstein erheben sich die abwechslungsreich strukturierten Putzfassaden dreier Bürgerhäuser. Ihre Fensterordnung lässt auf den ersten Blick nicht einmal eine Geschossteilung erkennen. Der blassgelbe Fassadenanstrich mit hellgrau gerahmten Fenstern und die geschossweise Auskragung der Straßenfronten sind Anleihen bei dem barocken, nach Kriegszerstörung 1951 wiederaufgebauten Goethe-Haus nebenan. Während dieses jedoch ein Fachwerkbau ist, wählten die Architekten für das Romantik-Museum eine zweischalige Konstruktion aus Ortbeton und Porenbetonmauerwerk. Thermisch getrennte Zahnfriese aus rot durchgefärbten Betonfertigteilen trennen stellenweise die Geschosse voneinander.
