Steinbockzentrum Tirol im Pitztal

 - Peter Popp

Eine der größten Steinbock-Kolonien der Ostalpen lebt im Tiroler Pitztal. Die Gemeinde Sankt Leonhard widmet dem majestätischen Tier deshalb ein eigenes Ausstellungs- und Ausbildungszentrum unweit seines natürlichen Lebensraums. In unmittelbarer Nähe zum denkmalgeschützten Schrofenhof, einem der ältesten Höfe im Tal, entstand ein turmartiges, weithin sichtbares Betongebäude, das aus einer Lichtung im dicht bewaldeten Gelände ragt. Rainer Köberl und Daniela Kröss übersetzen die topografischen Gegebenheiten in eine vertikal ausgerichtete Raumabfolge mit gezielt gesetzten Ausblicken in die alpine Landschaft. Über einem unregelmäßig fünfeckigen Grundriss verteilen sie die Funktionen auf insgesamt vier Ebenen: zuunterst ein Café mit Blick ins Tal, darüber die Eingangsebene mit Foyer und Shop und schließlich die beiden Museumsbereiche. Dazu zählen eine Sammlung für regionale Fotografie aus dem 19. Jahrhundert und ganz oben eine Ausstellung zur Biologie des Steinbocks, seiner Ausrottung und Wiederansiedlung. Eine einläufige Treppe und ein Aufzug verbinden die jeweils aus nur einem Raum bestehenden Etagen. Die Nebenräume im Erdgeschoss sind in den Hang geschoben. Einzig die Küche und ein vorgelagerter Wirtschaftshof treten aus dem Hang heraus und schmiegen sich seitlich an den Turm.

Steinbockzentrum Tirol im Pitztal
Steinbockzentrum Tirol im Pitztal © Lukas Schaller