Theater und Auditorium in Aragonien

 - Peter Popp

Die knapp 3000 Einwohner zählende Kleinstadt Illueca liegt in einer der am dünnsten besiedelten Gegenden Aragoniens, rund 60 km westlich von Zaragoza. Um zu verhindern, dass die seit Jahren schwindende Bevölkerung in der kargen Bergregion weiter abnimmt, entschied sich die Gemeinde dazu, das kulturelle Angebot deutlich auszuweiten. 2016 rief sie deshalb einen Wettbewerb zum Bau eines Theaters aus. Der neue Kulturbau sollte ein in die Jahre gekommenes Kino am östlichen Rand des Stadtzentrums ersetzen. Der siegreiche Entwurf von Magén Arquitectos überzeugt mit einem additiv gefügten Gebäudeensemble, das sich unauffällig in das Auf und Ab der kleinteiligen Umgebung integriert. Die Hauptfunktionen verteilen sich auf vier unmittelbar miteinander verbundene Volumen, die geschickt im städtebaulichen Kontext verankert sind: ein mächtiger Bühnenraum, der die leichte Hanglage betont und an die Wohnbebauung im Norden anschließt; das zentral platzierte Auditorium für 224 Zuschauer; das straßenseitig angelagerte Foyer mit dem nach Süden orientierten Hauptzugang sowie ein angrenzender Bereich mit Nebenräumen. Eine durchlaufende Gebäudehülle aus roten Klinkersteinen bindet die einzelnen Baukörper zusammen und weckt Assoziationen an die reiche Töpfertradition der Region. Variierende Mauerwerksformate und -verbände erzeugen ein optisch ausdrucksstarkes Zusammenwirken von Mustern und Texturen. Den oberen Abschluss der maßgeschneiderten Gebäudekubatur bilden die unterschiedlich ausgerichteten, mit Kupfer gedeckten Satteldächer. Für den abgetreppten Sockelbereich kam roter Sandstein aus dem örtlichen Steinbruch zum Einsatz.

Theater und Auditorium in Aragonien
Theater und Auditorium in Aragonien © Rubén P. Bescós