In großen Lettern prangt die Abkürzung Kubaa über dem Haupteingang des Kulturbahnhof Aalen. Ein richtiger Bahnhof ist er zwar nie gewesen, aber Reparaturwerkstatt für Dampflokomotiven und später Werk für Stahlgewebe. Jetzt haben darin mehrere kulturelle Einrichtungen ein neues Zuhause gefunden: ein Kino, ein Veranstaltungssaal, die städtische Musik- und Ballettschule, das große Foyer mit Bar und nicht zuletzt das Stadttheater, das sich zuvor in einem Altbau in der Innenstadt befand und aus allen Nähten platzte. Es war wichtiger Impulsgeber für den 2015 ausgeschriebenen Wettbewerb, die Industrieruine der Bahn in eine groß angelegte Kulturstätte zu verwandeln - keine einfache Aufgabe, denn nach Kriegsschäden, Leerstand und einem Brand im Jahr 2014 waren nur noch Fragmente der historischen Sandsteinfassade übriggeblieben. Wo möglich, wurde sie behutsam gereinigt und ausgebessert, an anderen Stellen durch sandsteinfarbene Betonelemente ersetzt. Daraus bestehen auch die Mittelstützen der Rundbögen und die dreigeteilten Blendrahmen im Obergeschoss, hinter denen sich eine Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminium verbirgt. Komplett erneuert wurden die Südfassade mit dem Bühneneingang sowie der Ostgiebel. Seine Profilierung lehnt sich an die Ursprungsfassade an, allerdings haben die Architekten rechteckige Öffnungen aus den früheren Rundbögen gemacht. Diese bestimmen die Ästhetik des Bestandsbaus außen wie innen auch heute noch.
