Kindergarten Jeanne d’Arc in Paris

 - Claudia Fuchs

Stroh als Wärmedämmung verbirgt sich hinter der Holzfassade einer Kindertagesstätte im 13. Arrondissement in Paris. Denn Bauherr und Planer legten bei diesem Projekt besonderen Wert auf eine nachhaltige, ressourcenschonende Bauweise. Das umfasst die Gebäudeform ebenso wie die Materialwahl und Konstruktion sowie die Gesamt-CO2-Bilanz. Im Umfeld zwölf- geschossiger Wohnblocks behauptet sich der kleine dreigeschossige Baukörper durch seine abgestufte Kubatur mit begrünten Dachterrassen und erscheint in der dichten Bebauung fast wie ein topografisches Element. Die Obergeschosse in Holzbauweise werden von einer leichten Hülle aus Lärchenholzlatten umspielt. Sie steht im Kontrast zum massiven Sockel: Die Stahlbetonwände des Erdgeschosses erhielten eine Vorsatzschale aus hellen, traditionell handwerklich hergestellten Tonziegeln. Auf der schmalen Parzelle entwickelt sich das Gebäude als polymorphes Volumen auf drei Ebenen. Der L-förmige Baukörper schmiegt sich im Südosten an die Kommunwand, um einen Hof als Außenbereich zu schaffen. Vom Eingang führt der Flur als innere Straße entlang des hofseitigen Spielzimmers und weitet sich zum zentralen Platz vor dem Speisesaal. Im ersten Obergeschoss öffnen sich die Gruppenräume für die insgesamt 81 Kinder der Kita mit großzügigen Verglasungen nach außen, ebenso wie das Lesezimmer in der Etage darüber.

Kindergarten Jeanne d’Arc in Paris
Kindergarten Jeanne d’Arc in Paris © Charly Broyez