Der Bauherr wünschte sich für das viergeschossige Reihenhaus eine Erweiterung, in der die Bewohner den Außenraum geschützt, aber dennoch möglichst unmittelbar erleben können. Zudem war ein massiver Anbau in dieser Lage nicht genehmigungsfähig. So erarbeiteten Architekt, Bauherr, Ingenieur und Hersteller in enger Zusammenarbeit einen Pavillon mit minimierter Glaskonstruktion. Das Dach besteht aus einer einzigen VSG-Scheibe, Glasträger leiten die Lasten über Edelstahlverbindungen in die Glaswände, die an der Basis eingespannt sind. Um die statische Leistungsfähigkeit des Systems auszuloten, wurden an einem 1:1-Probeabschnitt Belastungstests bis zum Bruch durchgeführt. Unter den rundum verlaufenden schmalen Bodenschlitzen, aus denen die Glaswände zu wachsen scheinen, liegen nicht nur deren Verankerung, sondern auch Entwässerungsrinnen und Glasfaserbeleuchtung verborgen. Zum Schutz vor sommerlicher Überhitzung saugt eine mechanische Lüftungsanlage Zuluft durch kühle Beton-Bodenkanäle an und bläst sie durch Fugen zwischen den Schieferplatten des Fußbodens in das Glaszimmer. Die Abluft wird über runde Edelstahlgitter am Übergang zum Bestandsgebäude abgeführt. Im Winter wärmt eine Fußbodenheizung den Pavillon. Darüber hinaus lässt er sich mit Glasschiebetüren vom Wohnraum abtrennen.
