Haus der Berge in München

 - Barbara Zettel

Das Haus der Berge, die Zentrale des Deutschen Alpenvereins im Münchner Geschäftsviertel Parkstadt Schwabing, fällt auf: Im Gegensatz zu den benachbarten Hightech-Fassaden aus Stahl und Glas prägen Holz und viel Grün seine Erscheinung. Element A Architekten übernahmen den Wettbewerbsentwurf von Hiendl-Schineis ab der Entwurfsplanung und sanierten das ehemalige Langenscheidt-Verlagshaus umfassend. Eine ressourcenschonende Holzkonstruktion und ein ausgeklügeltes Lowtech-Klima- und Lüftungskonzept waren die Antwort auf das Prinzip der Suffizienz, das für Architekt Christian Taufenbach als oberste Maxime der Planung galt. Der Bestandsbau wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren nach Plänen von Kurt Ackermann errichtet. Ursprünglich verkleidete eine Aluminium-Bandfassade das viergeschossige Gebäude aus Stahlbeton. Die Architekten ließen es auf die Betonstruktur zurückbauen und die hohen Brüstungen entfernen. Sie erweiterten das Gebäude nach Norden um ein Atrium und fügten zwei weitere Vollgeschosse in Holzmassivbauweise hinzu. Auch die Erschließungskerne sind vollständig aus Holz. Das spart nicht nur graue Energie, sondern war auch statisch notwendig, denn die schwache Gründung hätte einer mineralischen Aufstockung nicht standgehalten. Eine Pfosten-Riegel-Fassade aus Holz mit großen Festverglasungen über niedrigen Brüstungen schließt das Gebäude ab. Als konstruktiver Sonnenschutz ist ihm an den Längsseiten ein 1,50 m tiefes, hölzernes Gerüst mit Wartungsbalkonen vorgelagert. Auf seinen Gitterrosten stehen große Tröge mit alpinen Pflanzen wie Geiskraut, Latschenkiefer, Erle oder Felsenbirne.

Haus der Berge in München
Haus der Berge in München © Pk. Odessa Co / Lanz, Schels