- Jakob Schoof
Die ehemalige Druckerei Mladinska Knjiga in Ljubljana zählt zu den ganz wenigen Industriebauten der Nachkriegszeit in Slowenien, die unter Denkmalschutz stehen. Nun hat sie – nach dem Ende des Druckereibetriebs und mehr als zehn Jahren Leerstand – eine neue Nutzung als Büro und Fitnesszentrum erhalten. Errichtet wurde das Bauwerk 1966 durch Savin Sever, einem Hauptprotagonisten der Schule von Ljubljana in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Er schuf eine modulare Konstruktion aus Betonfertigteilen: Das Dach bilden weit spannende, stützenfreie Betonträger mit aufliegenden Satteldach- Oberlichtern, die fensterlosen Wände bestanden aus sichtbaren Betonstützen mit Ausfachungen aus unverputztem Mauerwerk. Beheizt war die Druckerei ursprünglich nicht, da die Druckmaschinen genug Abwärme abgaben. Die zahllosen Wärmebrücken im Haus waren daher nur eines von vielen Problemen, mit denen Ofis bei den Sanierungsarbeiten konfrontiert war. Das Umfeld der Druckerei hat sich im Laufe der Zeit deutlich gewandelt: Ursprünglich als Gewerbegebiet am nördlichen Stadtrand geplant, ist es heute längst vom Stadtgebiet umflossen und zur begehrten Wohnlage geworden. Die meisten Gewerbebauten ringsum wurden ab den 1980er-Jahren durch große Wohnblocks ersetzt.
