Wüstenzelt »Desert Seal«

Die Form des aufblasbaren Zelts für heiße, aride Regionen leitet sich ab aus dem dortigen Mikroklima: Am Tag nehmen die Temperaturen erheblich ab, je weiter man sich vom Boden entfernt - ein Effekt, den auch die Kamelreiter auf den hohen Rücken ihrer Tiere nutzen. Angetrieben von einem flexiblen Solarpaneel bläst ein eingebauter Ventilator von oben konstant kühlere Luft ein. Batterien speichern die Energie, um auch nachts, wenn die Temperaturen direkt über Grund stark abnehmen, wärmere Luft nach unten zu schaufeln. Der leichte Überdruck im Inneren stabilisiert das Biwak zusätzlich zur Struktur aus aufblasbaren Röhren; an den schmal zulaufenden Enden halten Aluminiumbleche den Ventilator am oberen und den Luftauslass am unteren Abschluss in Position. Die aluminiumbeschichtete Außenhaut reflektiert die Tageshitze. Die Konstruktion wiegt 5 kg, wird komplett zusammengerollt transportiert und mittels einer Pumpe aufgeblasen. Anschließend werden Heringe gesetzt, die Luftmatratze eingelegt und das Solarpanel festgezurrt. Das Konzept ging aus einem Technologietransferprogramm der der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) hervor. Das geringe Transportvolumen und Gewicht pneumatischer Strukturen, die Nutzung vor Ort vorhandener Ressourcen sowie ein erträgliches Innenklima in einer lebensfeindlichen Umgebung spielen auch im All eine entscheidende Rolle. Dorthin hat es das Hightech-Zelt noch nicht geschafft, wohl aber in die Sammlung des MoMA in New York.

Wüstenzelt »Desert Seal«
© Céline Laurière