Diskussion: Orte für das Lernen und Leben - Anforderungen an die moderne Ganztagsschule

»Der Ganztag findet von 13.30 bis 16 Uhr im Anbau statt.« Dieser Aushang am Schwarzen Brett einer deutschen Schule zeigt eine merkwürdige Begriffsverwirrung. Es handelt sich hier um eine Schule, bei der das pädagogische Angebot deutlich zwischen zwei Hälften, Vormittag und Nachmittag, getrennt wird. »Ganztag« meint hier ein Zusatzangebot meist außerschulischer Träger, das es den Kindern ermöglichen soll, sich den ganzen Tag unter Betreuung in der Schule aufzuhalten. Dem pädagogischen Laien könnte der Begriff »Ganztagsschule« allerdings etwas anderes verheißen: Eine Schule, in der die Schüler ein pädagogisch sinnvolles, auf den »ganzen Tag« ausgelegtes »ganzheitliches« Programm vorfinden. Warum ist das eine in Deutschland (noch) der Regelfall, das andere die Ausnahme? Zunächst ist eine Klärung der Bezeichnungen nötig.

Diskussion: Orte für das Lernen und Leben - Anforderungen an die moderne Ganztagsschule
© Adam Mørk