Bürohäuser - Ausnahmegebäude mit Regelgrundrissen

Bürogebäude sind eine simple Reihung sich vertikal und horizontal wiederholender Arbeitsplätze. Nicht zuletzt hat die kleinste Einheit der Schreibtisch - auf französisch »bureau«- dieser Bauaufgabe ihren Namen gegeben. Trotz der scheinbaren Banalität haben es viele Verwaltungsbauten zu Weltruhm gebracht. Das »Chrysler Building« von William Van Alen, das »Johnson Wax Building« von Frank Lloyd Wright, das »Shellhaus« von Emil Fahrenkamp oder die »Hong Kong und Shanghai Bank« von Norman Foster wurden auf Grund ihrer imposanten Erscheinung und ihrer innovativen Typologien zu Begriffen der Architekturgeschichte. Auch bei den jüngsten Bürogebäuden wird ein identitätsstiftendes Erscheinungsbild (Corporate Identity) angestrebt. Die »richtige« Adresse und erlebnisreiche Innenräume sind dabei genauso wichtig wie die Effizienz der Arbeitsplätze. Dabei sind zunächst zwei Fälle zu unterscheiden. Mietbüros werden oft von Investoren erstellt, bevor alle Mieter bekannt sind. Sie müssen flexibel auf unterschiedlich große Mieteinheiten reagieren können. Als Renditeobjekte dürfen die Baukosten nicht zu hoch sein, um bei akzeptablen Mieten noch Gewinn zu erwirtschaften. Vom Bauherrn selbst genutzte Häuser dagegen können auf die Erfordernisse des Nutzers hin maßgeschneidert werden. Als Repräsentationsbauten sind die Budgets und Ausbaustandards oft wesentlich höher. Eine hohe Flexibilität ist jedoch auch hier gefragt. Ständige Umstrukturierungen, Wachstum oder Schrumpfung spiegeln die Turbulenzen der Konjunktur wider, Übernahmen durch andere Firmen, die spätere Veräußerung der Immobilie oder die Umwandlung in Mietbüros sind nie auszuschließen. Zusätzlich zur reinen Büronutzung kommen die Vorstandsetagen sowie Gästebereiche, Konferenzzentren und hochwertige Gastronomie. Solche Sonderbereiche sind erst in wenigen modernen Mietbürokomplexen vorhanden. Sie können dort bei Bedarf für einen begrenzten Zeitraum angemietet werden.

Bürohäuser - Ausnahmegebäude mit Regelgrundrissen
© Adam Mørk