Als Verbundwerkstoff aus sehr feinkörnigem Beton (Größtkorn 1 mm) und textiler Bewehrung (meist Glas- oder Carbonfasern) erlaubt Textilbeton die Herstellung äußerst leichter und filigraner Bauteile. Die hochflexible Bewehrung erleichtert die Umsetzung freier Formen. Die neuen Möglichkeiten des Materials werden seit Jahren am Lehrstuhl für Baukonstruktion der RWTH Aachen im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs untersucht. Neben der Erforschung materialgerechter Gestalt- und Konstruktionsprinzipien steht dabei die exemplarische Entwicklung von Bauteilen aus Textilbeton im Vordergrund. Ungewöhnliche Anwendungen konnten bereits mit gekrümmten Gitterstrukturen oder im Bereich des mobilen Bauens und des Möbelbaus demonstriert werden. Als jüngster Prototyp entsteht zur Zeit ein Ausstellungspavillon. Bereits fertiggestellt ist seine Tragstruktur in Form von vier quadratischen Textilbeton-Schirmen mit jeweils 7 m Kantenlänge und 60 mm dicken, auskragenden Flächen. In solch purer Form, ohne zusätzliche Elemente, lassen sich Leistungsfähigkeit und Zukunftspotenzial der Technologie besonders gut ablesen.
