Diskussion: Revitalisierung einer Brachfläche am Wasser - das Entwicklungsgebiet Rummelsburger Bucht in Berlin

Seit dem Mauerfall entdeckt Berlin die urbanen Qualitäten seiner 654 Kilometer langen Ufer wieder. Brachliegende Industrieareale am Wasser und unzugängliche Uferzonen werden als wichtige städtische Entwicklungspotenziale aktiviert. An den Ufern der Spree, die fast 30 Jahre auch Grenzfluss war, entstanden in den letzten Jahren eine Reihe von Projekten auf Industrie- und Gewerbebrachen. Das Industriezeitalter hatte viele Betriebe und Arbeitsplätze an den Fluss gebracht. Durch staatliche Subventionierungen im Westen und durch die Ausrichtung der Staatswirtschaft im Osten blieb Berlin weitgehend Industriestadt, während sich andere Städte längst auf das postindustrielle Wirtschaftszeitalter einrichteten. Nach der Wende und dem folgenden ökonomischen Strukturwandel verloren große Industriestandorte insbesondere im Ostteil der Stadt innerhalb kürzester Zeit ihre Funktion. Nur wenige Kilometer spreeabwärts, entfernt von der politischen und kulturellen Mitte Berlins liegt der Rummelsburger See, an dessen Ufern eine neue »Wasserstadt« mit 5900 neuen Wohnungen und 12 000 Arbeitsplätzen entsteht. Noch vor drei Jahren prägten das Entwicklungsgebiet in der Rummelsburger Bucht die Trümmer der vergangenen Industrieepoche, unschöne Plattenbauten, eingeschossige Gewerberemisen und vernachlässigte Altbauten. Die Seeufer waren nicht zugänglich. Heute sind rund ein Drittel der Entwicklungsmaßnahmen im Gebiet durchgeführt und der Eindruck hat sich gewandelt: Es sind beispielhafte Nachbarschaften in Wassernähe und attraktive Uferzonen entstanden. Das Entwicklungsgebiet ist als Beispiel nachhaltiger Stadtentwicklung Projekt der EXPO in Hannover. Das ehemalige Werkstattgebäude der Glashütte Stralau wurde zum EXPO-Ausstellungsgebäude umgebaut. Die Ausstellung auf der Industriebrache zeigt den Wandel des Gebietes.

Diskussion: Revitalisierung einer Brachfläche am Wasser - das Entwicklungsgebiet Rummelsburger Bucht in Berlin
© Stefan Müller