Diskussion: Vom Schützen und Nützen - Das flache Dach als Lebensraum

Zunächst suchte der Mensch in Höhlen Schutz, dann erfand er, noch vor dem Haus, das Dach. Es war sein erster Schritt in ein frei bestimmtes Wohnen. Lange Zeit reagierte er instinktiv auf seine Umwelt, ohne sich formalen Prämissen zu unterwerfen - er hatte die regionalen klimatischen Bedingungen verinnerlicht. Deswegen führten ähnliche Verhältnisse rund um die Welt auch zu ähnlichen Lösungen: Schneefreie, milde Winter und trockene, heiße Sommer erklären die flachen Dächer, wie sie im Mittelmeerraum und anderen Gebieten mit vergleichbarem Klima entstanden sind. Sie drücken die Bedürfnisse der Menschen nach Unterkünften aus und spiegeln gleichzeitig ihre Reaktion auf die Natur. Schneelasten hätten diese Dächer nicht verkraftet. Doch Schnee fiel nicht. Dagegen gab es heiße Sommernächte. Da diente (und dient bis heute) das flache Dach als Schlafstätte, als Fluchtort vor der in den Häusern und engen Gassen gespeicherten Hitze des Tages.

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