Holzwerkstoffe werden durch Verpressen von unterschiedlich großen Holzteilen, wie Bretter, Stäbe, Furniere, Furnierstreifen, Späne und Fasern, mit Kunstharzklebstoffen oder mineralischen Bindemitteln hergestellt. Bei der Herstellung bestimmter Holzwerkstoffe werden auch die holzeigenen Bindemittel aktiviert. Neben größeren Holzteilen können für die Herstellung auch Holzreste, die keine andere stoffliche Verwendung finden können, benutzt werden. Auf Grund der Herstellungstechnologie erfolgt eine deutliche Vergütung des Ausgangsmaterials: Holzfehler wie z.B. Äste, Risse und Drehwuchs, die bei naturgewachsenem Holz unvermeidbar sind und die die Festigkeit des Holzes deutlich herabsetzen können, haben bei den Holzwerkstoffen keine bzw. nur eine untergeordnete Bedeutung, da sie hier durch benachbarte Holzteile weitgehend neutralisiert werden. Dadurch weisen die Holzwerkstoffe eine große Homogenität auf, die eine nur kleine Streuung der Platteneigenschaften und demzufolge eine für die Festlegung von zulässigen Spannungen maßgebende günstige 5%-Fraktile bewirkt. Durch gezielte Anordnung der einzelnen Holzbestandteile kann die Belastbarkeit in einer bestimmten Richtung beeinflusst werden. Das Quellen und Schwinden der Holzwerkstoffe ist in der Regel deutlich kleiner als bei Massivholz.
