Merkwürdig, dass uns zu Stahl und Holz gleich Details vor Augen treten, während uns zum Detail des monolithisch gegossenen Stahlbetons nichts einfällt. Beim Beton, dem Werkstoff unserer Zeit, war der Sprung vom flüssig gegossenen Ortbeton zum Fertigteil notwendig, damit wir ihn einordnen können. Die typischen Betonfertigteile, Stützen und Unterzüge simulieren, häufig auf plumpe Weise, was Stahl und Holz auf natürliche Weise, gewalzt oder gewachsen, mitbringen - allerdings mit dem zusätzlichen Nachteil, dass die Fügung von Fertigteilen schwierig ist und oft unglücklich endet. Es wird auseinander genommen und wieder zusammen geflickt, was ursprünglich zusammen gehörte. Statt die natürliche und einmalige Eigenart des Betons zu nützen, ihn am Ort in beliebigen, dreidimensionalen plastischen Formen erhärten zu lassen, wird er seines monolithischen Charakters beraubt.
