Das Herstellen von normierten Einzelteilen und ihre Systematisierung zum Erstellen von Bauten zieht sich durch die Baugeschichte aller Kulturen. Der Ziegelstein, der einzeln eine handliche Dimension besitzt, wird mithilfe von unterschiedlichen Verbänden zu massiven Wänden geordnet, die damit systematisierte Konstruktionen bilden. Die Kuppelkonstruktionen der römischen Antike zeigen die großmaßstäblichen Dimensionen dieser Ordnungen. Im Mittelalter weist das aus Holzbalken zusammengesetzte Fachwerk auf die andauernde Tendenz zum Systematisieren auch im Bereich der Skelettbauweisen hin. Diese Verknüpfung von Ordnungswillen und Baustruktur wird in der Ethymologie des aus dem griechischen stammenden Wortes System deutlich, das sich aus den Wortstämmen syn = zusammen sowie histemai = aufstellen bildet und nichts anderes als »Gliederung, Ordnungsprinzip, das aus mehreren Teilen zusammengesetzte und gegliederte Ganze« bedeutet.
