Als »Dritter Ort« gilt nach Wohnung und Arbeitsplatz der gestaltete Lebensraum in der Stadt. Früher gehörten dazu das Wiener Kaffeehaus, die italienische Piazza, der Tante-Emma-Laden; heute sind das die neuen Marketingorte der Wirtschaft, wie etwa Flagship Stores. Neben dem Konsum dienen Dritte Orte auch unserer emotionalen Aufladung. So wurden Shops zu Sehenswürdigkeiten und Museen zu Orten des Ausgehens. Ihr Aufbau ist gleich: Hineinziehen, Herumführen, Klammern bilden, Neugier wecken. Erlebnisse sind immer ein essenzieller Bestandteil Dritter Orte, nicht zuletzt, weil sie aus jedem Lebensraum einen Verkaufsort im weitesten Sinn machen. Ob nun inszenierte Geschichten im Spiel sind oder Verblüffungseffekte: Immer werden dabei psychologische Erlebnismechanismen aktiviert, wie Brain Scripts - die Herstellung von Geschichten und Botschaften - oder Media Literacy - mediale Geschicklichkeit.
