- Mark Kammerbauer, Frank Kaltenbach
So genannte Jahrhunderthochwasser treten in immer kürzeren Intervallen auf. In Küstenregionen werden sie von Sturmfluten verursacht, im Binnenland lassen hohe Niederschläge Bäche und Flüsse über die Ufer treten: Die Elbeflut 2002, Hurrikan Katrina in New Orleans 2005, Süd-Haiti 2011 und 2013 das Juni-Hochwasser in Deutschland und Tirol. In Südengland stehen Anfang 2014 140 000 Häuser mehrere Wochen lang unter Wasser und das ohne Stromversorgung. So unterschiedlich die einzelnen Fälle sind, die Bilder von Dächern, die über einen braunen Wasserspiegel hinausragen, gleichen sich. Neben den sichtbaren Wasserschäden droht aber oft eine unsichtbare Gefahr, die auch lange nach dem Austrocknen nicht gebannt ist: der Eintrag von ausgelaufenen Schadstoffen bis tief in die Bausubstanz. Neben Produkten der Chemieindustrie, Tierkadavern und Fäkalien ist es vor allem ausgetretenes Heizöl, das bei ungünstigen Umständen dazu führt, dass ganze Siedlungen saniert, teilweise oder komplett abgerissen und wieder neu aufgebaut werden müssen.
