Technik: Fassadenoberflächen aus metallischen Werkstoffen

Was der Kristallpalast von Joseph Paxton zur Weltausstellung in London 1851 für die Entwicklung des Werkstoffes Stahl bedeutete, das bedeutet das Werk des Franzosen Jean Prouvé für die Verwendung von Metall an Gebäudefassaden. Mit seinen zukunftsweisenden modernen Lösungen gab er der Fassadentechnik viele technische Impulse. Der gelernte Schmied aus Nancy hat sich im Laufe seiner Schaffensjahre zahlreiche neuartige Verarbeitungstechniken angeeignet und damit zur Entstehung hoch ent-wickelter Gebäudehüllen beigetragen. Mit seinen zum Teil selbst entwickelten Maschinen war er in der Lage, Umform- und Verarbeitungstechniken mit Metallen großflächig einzusetzen. Über die Fertigung von Möbeln, Kunstgegenständen und schmiede-eisernen Werkstücken kam Prouvé im Laufe der Zeit zu den verschiedensten metallischen Bauelementen wie bewegliche Sonnenschutzlamellen und filigrane Pfosten-Riegelfassaden. Prouvé verwendete vorwiegend Stahl, Aluminium sowie Edelstahl und manchmal Messing und Kupfer. Bezeichnend für sein Schaffen war vor allem die Etablierung eines Materials in Bereichen, die bis dato mineralischen Werkstoffen, Holz und Glas vorbehalten waren. Seine modernen Vorhangfassaden Ende der 50er-Jahre leiteten eine neue Epoche der Verwendung von Metallen ein (s. Abb. 1). Die Vorteile metallischer Fassadenoberflächen liegen in der relativ guten Bearbeitbarkeit, dem geringen Pflegeaufwand und den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Oberflächen sind in der Regel sehr robust, langlebig und kostengünstig bei der Herstellung. Im Rahmen dieses Beitrags werden die gängigen Halbfertigzeuge aus Feinblechen und ihre Materialien vorgestellt.

Technik: Fassadenoberflächen aus metallischen Werkstoffen
© Marliese Darsow