Ein besonderer Reiz Zagrebs liegt darin, dass die Schichten ihrer 900 Jahre alten Vergangenheit noch heute im Stadtbild abzulesen sind: Die Keimzelle des heutigen Zagreb bilden zwei mittelalterliche Siedlungskerne auf zwei südlichen Ausläufern des Medvednica-Gebirges: das 1094 als Bischofssitz gegründete Kaptol und der befestigte Marktflecken Gradec, der 1242 die Rechte einer freien königlichen Stadt erhielt. Nachdem Gradec, die heutige Oberstadt, und das priesterliche Kaptol jahrhundertelang als unversöhnliche Feinde existiert hatten, vereinten sie sich im 16. Jahrhundert. Nach zahlreichen Zerstörungen während der Türkenkriege erlebte Zagreb eine wirtschaftliche Blüte, als es 1718 zur Hauptstadt des Königreichs Kroatien ernannt wurde. Ein weiterer Aufschwung folgte im 19. Jahrhundert, als sich die Kommunikations- und Transportwege im Zuge des Eisenbahnbaus verbesserten. Die Einwohnerzahl verzehnfachte sich und das Leben der Stadt fand Anschluss an die kulturellen Zentren Europas. Zu Füßen der mittelalterlichen Gründungsbauten entwickelte sich die Stadt der Biedermeierzeit; in einer weiteren Schicht Richtung Süden entstand die gründerzeitliche Blockrandbebauung mit dem so genannten Grünen Hufeisen, einem großangelegten Grünzug mit einer Reihe von Parkanlagen, in denen die wichtigsten öffentlichen Gebäude der Stadt liegen.
