Vakuum-Dämmsysteme gehören derzeit zu den großen Innovationsfeldern im Baubereich und erfahren überall zunehmende Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu den meisten eingesetzten Produkten handelt es sich um hoch komplexe Systeme, deren Einsatz manche Fehlerquelle bereithält und die von Planer und Anwender ein hohes Maß an Kompetenz erfordern. Der Wärmetransport innerhalb eines konventionellen Dämmstoffs setzt sich typischerweise aus Anteilen von 20-30 % Wärmestrahlung, 5-10 % Wärmeleitung über das Gerüstmaterial und ca. 65-75 % Wärmeleitung über das eingeschlossene Gasvolumen zusammen. Das gemeinsame Wirkungsprinzip von Vakuum-Dämmsystemen besteht nun darin, den Hauptwärmeübertragungsweg, die Gaswärmeleitung, durch Evakuierung zu minimieren. Um den Unterdruck in einem Vakuum-Dämmsystem auf Dauer zu erhalten, ist eine das evakuierte Volumen umgebende gasdichte Hülle erforderlich, beispielsweise aus Glas, Metallblech, Kunststoff- oder Kunststoffverbundfolien. Das eingeschlossene Volumen kann entweder leer oder mit einem Kernmaterial ausgefüllt sein, das vollständig offenzellig und damit evakuierbar ist. Das System muss je nach Höhe des Vakuums einen erheblichen Teil des Atmosphärendrucks (maximal äquivalent zu ca. 10,3 t/m2) aufnehmen können.
