Monolithische Bauten strahlen eine ganz besondere Kraft aus. Die Durchgängigkeit eines einzigen Materials und wenige, zurückhaltende Details erzeugen den Eindruck einer archaischen Einfachheit, die den komplexen Prozessen unserer heutigen Gesellschaft beruhigend gegenüberstehen. Steinhütten in den Tessiner Alpen oder Lehmburgen am Rande der Sahara sind nicht nur gebrauchsfähige Schutzräume, sondern auch abstrakte Körper, Urbilder einer Zivilisation in einer menschenfeindlichen Umgebung, die uns auch heute noch emotional berühren. Monolithische Bauten finden wir auch in der zeitgenössischen, minimalistischen Architektur wieder als künstlich wirkende Artefakte in der Landschaft oder als Orientierungspunkte inmitten einer dicht bebauten Stadt. Um Tragwerk, Fassade, Vordächer, Brüstungen, Bodenbeläge und Außenanlagen einheitlich zu gestalten, eignet sich in unserem Klima ein Material besonders gut: Beton. Durch die Möglichkeit, dem Baustoff an jeder Stelle seine gewünschte Form zu geben, ihn mit Hohlräumen zu versehen und wasserdicht auszubilden, kann auf Abdichtungsbahnen, Abdeckbleche, sichtbare Verbindungsmittel wie Schrauben oder Nieten oder blechverkleidete Lüftungskanäle weitgehend verzichtet werden.
