Technik: Putzfassaden und dann - Farbe, Anstrich oder Beschichtung?

»Gefangen gehaltenes Sonnenlicht«, so bezeichnete Isidor von Sevilla (560-636), Enzyklopädist des frühen Mittelalters Farbe. »Farbe ist diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann«, so ca. 1400 Jahre später die Deutsche Industrienorm über Farbmessung. »Farbe ist nicht gleich Farbe«, diese Binsenweisheit aller gestaltenden Berufe ist Ausdruck der bis heute reichenden Diskussion über die Wahrnehmung von Farbe als subjektive oder objektive Empfindung. Sir Isaak Newton versuchte die Farben des Regenbogens in ein lineares und messbares Spektrum einzupassen (Abb. 3), Goethe entwickelte im Gegensatz dazu nicht wissenschaftlich aus seiner Theorie der Licht-und-Finsternis-Polarität einen eigenen Farbkreis (Abb. 2).

Technik: Putzfassaden und dann - Farbe, Anstrich oder Beschichtung?
© Christian Richters